15. September 2012 | Von Silas Mellentin | Kategorie: Reviews
Dass Black Metal-Bands Ambient in ihre Musik mit einfließen lassen ist nichts Neues. Doch auf dem Album Winternight der 2008 als Akustikprojekt gegründeten österreichischen Band mit dem unscheinbaren Namen NightForest gibt es sowohl reine Ambient- als auch Black Metal-Stücke, und das immer im Wechsel. Zunächst mal ein interessantes Konzept, auch wenn es wie immer einige Kritikpunkte gibt.
Die Scheibe beginnt zunächst mit dem ruhigen Intro „Waldmystik“, was im Großen und Ganzen hält was der Titel verspricht: Ein verträumtes Ambient-Lied, das einen zumindest bei den ersten paar Durchläufen durchaus noch in seinen Bann ziehen kann. Was darauf folgt, ist „Moonlight“. Ein relativ guter Black Metal-Song, welcher einen jedoch komplett aus der vorher aufgebauten Stimmung herausreist. Man wird immer abwechselnd zum Träumen und zum Headbangen animiert, was irgendwann nervt. Ich könnte nun zu jedem Song etwas schreiben, da es sich jedoch um ein Album mit 17 (!) Stücken handelt würde das hier den Rahmen sprengen. Gegen Ende des Albums wird das Konzept endlich gebrochen, es überwiegt dann der Black Metal, was mich persönlich dazu gebracht hat, am Ende noch einmal aufzuhorchen, da der Ambient Song gefehlt hat. Zusätzlich ist aber zu sagen, dass insgesamt siebzehn relativ gute Stücke geschaffen wurden, deren einzelne Umsetzung prinzipiell auch sehr gelungen ist. Ich mag vor allem die Ambient Stücke, bei denen ich mich immer wieder in andere Welten träume, während die Black Metal-Songs zwar auch gut, aber zu gewöhnlich sind. Bis auf die Reihenfolge der Tracks wurde hier nichts Neues geschaffen, was ich schade finde, denn gerade technisch hat die Band einiges Potenzial.
Zu der Geschichte der Band kann ich nicht viel sagen, da ich sie bisher nicht kannte, laut lastfm ist das vorliegende Material jedoch ihr erstes Full-length-Album, da kann man in einigen Punkten noch mal ein Auge zudrücken. Released werden sie von Talheim Records (u.a. Seelenfrost), von denen ich eigentlich mehr erwartet hatte.
Insgesamt zwei relativ gute, aber falsch zusammengesetzte Alben. Leider wurde der Fehler gemacht völlig unzusammenhängende Songs aneinander zu reihen, besser wären zwei separate Alben gewesen. Die Band selbst gefällt mir gut, ebenso die Musik, weshalb ich noch einmal nett gemeinte sieben Punkte vergebe, in der Hoffnung dass es beim nächsten Mal besser wird.
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Label: Talheim Records
Bandpage: http://nightforestmetal.blogspot.de/
Format: CD, Tape
Veröffentlichungstermin: 2011
Trackliste:
1. Waldmystik
2. Moonlight
3. Wilderness
4. From a Sea
5. A Lost Forgotten Path
6. Noreia’s Call
7. Your Hell
8. Winternight
9. Halls Of Ancestors
10. Cryptic Everglade
11. An Inner Pain
12. PreApocalyptic Signs
13. A Tomb So Cold
14. Seaculum Timoris
15. Into The Ancient Forest
16. Nemesis
17. Outro
(7/10)
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